the blue moon

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Montag, 10. Mai 2010

08.05.10



Der Samstag war Feiertag. Das Ende des 2.Weltkriegs ist vielen von unseren Nachbarn, vielleicht sogar allen, einen Feiertag wert. In der Stadt war es dementsprechend gemaechlich. Wir haben uns mit Peng am Bahnhof verabredetet, um gemeinsam einen Trip zu einer Burg zu unternehmen: Peng war ebenfalls ein ansaessiger CouchSurfer, allerdings aus China stammend. Da wir ein wenig spaet los kamen, mussten wir uns sehr beeilen. Letztendlich sind wir zum Treffpunkt gejoggt. Am Bahnhof angekommen stellte sich heraus, dass der Zug gar nicht in Zilina hielt. Also beschlossen wir den Bus zu nehmen. Also zum Busbahnhof. Dort amgekommen, wurde schnell deutlich, dass auch kein Bus in der naechsten Stunde fahren wird. Peng, der gut Englisch spricht, meinte, wir koennten uns ja Fahrraeder ausleihen. Der Fahrradverleih war gleichzeitig die schon bekannte Touristeninfo. Natuerlich war die Touristeninfo geschlossen. Denn an Tagen, wo sich vielleicht ein Tourist blicken laesst, sollte am besten nicht arbeiten. So beschlossen wir – bzw. Peter - , notgedrungen, unser Vorhaben zu modifizieren: Wir besichtigten eine zu Fuss zu erreichende Burg. Wie sich herausstellte war Peng ein eher redseliger Zeitgenosse. Und es wurde die ganze Zeit Englisch gesprochen: Ein gutes Training fuer mich. Ausserdem war es ziemlich amuesant: Es wurde viel gelacht. Gegen ende der Burgbesichtigung beschlossen wir etwas Essen zu gehen. Peng erzaehlte auf dem Weg zurueck in die Stadt, dass er sich um 18 Uhr mit Freunden vor dem Stadion verabredetet hat, um sich das Meisterschaftsspiel anzuschauen. Meisterschaftsspiel. Da wurde ich hellhoerig. Zunaechst habe ich es gar nicht richtig verstanden. Schliesslich stellte sich heraus, dass es sich in dem Spiel entscheiden wird, ob Zilina die Slovakische Meisterschaft gewinnt. Da war ich wie elektisiert. Da muessen wir hin, sagte ich zu Peter. Aber Peter wirkte ueberhaupt nicht begeistert. Dann fragte ich Peng wie viel er fuer die Eintrittskarte bezahlt haette? = 4 Euro, sagte er. Wahnsinn, meinte ich. In der folgenden Zeit des Weges ueberzeugte ich Peter vom Spielbesuch: Indem ich ihn einlud. Da das Stadion quasi auf dem Weg lag, war es noch nicht mal ein Umweg, um dort vorbei zu schauen und nach moeglichen Tickets zu fragen. Dort angekommen sahen wir schon Leute mit Tickets in der Hand herauskommen. Wir stellten uns an eine Schlange bestehen aus 5 Leuten an. Es gab Tickets wie Dreck. Peter erkundigte sich nach dem Preis – fuer 4 Euro. Unfassbar. Hier fand ein alles entscheidendes Spiel statt. Die Leute gehen nicht hin und ausserdem kostet es nichts. So merkwuerdig dieser Umstand auf der einen Seite ist, genoss ich die Situation – ohne Aktion und Stress. Es war absolut cool, die Karten zu kaufen, fuer kleines Geld lecker Essen zu gehen, anschliessend zurueck ins Stadion zu gehen, um sich dort ganz in Ruhe das 4:0 von Zilina sowie den Gewinn der Fussballmeisterschaft anzuschauen. In einem Land, das immerhin zur WM nach Suedafrika faehrt. Wirklich unglaublich. Natuerlich wurde der Sieg dementsprechend gefeiert. Einzig die Polizei, auffallend stark vertreten, schien zu glauben, dass hier etwas spektakulaeres passiert. Auf dem groessten und wichtigsten Platz, wo Peter und ich anschliessend ganz gepflegt ein Pilsener tranken. Gab es ein zwei Fangrueppchen, die eine in der einen Kneipe, die andere in der Anderen: 30 m getrennt. Dazwischen lagen noch 2 weitere Lokale, die geringer frequentiert wurden. Peter und ich waehlten eben das bewusste Lokal wegen des Pilseners – sassen schraeg gegenueber. Waehrend unseren 40-minuetigen Aufenthalt, stimmte mal die eine, mal die andere Fangruppe die ueblichen Fangesaenge an. Wohingegen erst nur im sitzen gegroellt wurde. Vereinzelt stand mal einer auf. Es war wirklich kurios. Nachdem man den ganzen Fankramm aus der Bundesliga kennt. Und das Spektakel um die Meisterschaften dort erlebt hat, kann ich es nicht anders bezeichnen. Einfach kurios.

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