the blue moon

the blue moon

Mittwoch, 12. Mai 2010

09.05.10

Nach den unspektakulaeren Gewinn der Meisterschaft am Samstag, versprach der Sonntag dementsprechend zu werden: eher ruhig.
Bevor ins Bett gingen, haben wir uns fuer 8 Uhr verabredet. Gegen halb 8 bin ich schliesslich aufgestanden, da ich ausgeruht war sowie mich Baden und rasieren wollte. Als ich mit meinem Geschaeft fertig war, regte sich auch Peter und wir Fruehstueckten beide mangels Sitzgelegenheiten in der Kueche im Stehen. Alles verlief voellig ruhig nur die Gespraeche waren anregend. Auf mein Vorschlag hin kontaktierte ich Peng via SMS, um ihn zu fragen, ob er mit uns den Tag verbringen moechte. Wir hatten fuer heute geplant zwei Burgen im weiteren Umland von Zilina zu erkunden. Peng antwortete kurze Zeit spaeter mit einer positiven Rueckmeldung. Peter eruierte, dass wir entweder um 12:30 mit dem Zug oder um 12:22 mit dem Bus fahren koennen. Da wir beschlossen mit dem Zug zu fahren, teilte ich Peng in einer erneuten Nachricht mit, dass wir uns um 12:15 am Bahnhof treffen.


Gegen 12:18 befanden wir uns in der Bahnhofshalle: Peng war nicht zu sehen und Peter sagte, dass der Zug in 4 Minuten fahren wird. Dazu dachte ich: Hmm, irgendwie scheint es mit den Beiden immer schwierig zu sein. Selbst, wenn man der Meinung ist alle notwendigen Daten zu kennen. Kurzentschlossen rief ich Peng an, und fragte wo er steckt? Da ich nicht so gut verstand, gab ich Peter das Telefon. Es stellte sich heraus, dass Peng jeden Moment mit dem Bus eintreffen wird.


Doch dieses Mal ging nichts schief: Der Zug hatte Verspaetung und stiegen ganz entspannt ein.



15 Minuten spaeter waren wir auch schon da.


Waehrend der Zugfahrt ergab das Durchschreiten des Abteils eines aeusserst kleinwuechzigen Zigeuners eine lebhafte Diskussion. Peter erzaehlte, dass es etwa 80000 Zigeuner das Land mit ihrer destruktiven Art tyranisieren: Sie Arbeiten nicht, schicken ihre Kinder nicht zur Schule, klauen, und sowieso sind alle Bemuehungen eine Veraenderung des Status quo mit ihnen zu erreichen bisher gescheitert. Ergo: hassen die Slovaken die Zigeuner. Eine wirklich verzwickte Situation. Trotzdem tun mir die Menschen leid. Und natuerlich regte sich in mir mein Sozialpaedagogisches Gewissen. Gott sei Dank muss ich mich nicht mit der „Materie“ auf profesioneller Ebene auseindersetzen.
In dem Ort – dessen Namen ich gleich wieder vergessen habe – angekommen. Fand ich alles fuerchterlich interessant. Wir befanden uns am Bahnhof eines kleinen Nestes. Es gab ein Bahnhofslokal


und ein Schalter wo die Fahrkarten verkauft wurden.


Eigentlich hatte ich beschlossen moeglichst keine Vergleiche mit Bekannten zu ziehen, um die Eindruecke auf mich voellig unvoreingenommen wirken zu lassen. Doch mehr und mehr – auch schon in Zilina – fuehlte ich mich in meine Kindheit zurueckversetzt. Frueher gab es auch in Deutschland in jedem Kaff ein bewirtschaften Bahnhof, wo mehrere Menschen beschaeftigt waren. Jeder weiss wie es jetzt aussieht. Auch die Haeuser in Zilina sowie die Atmosphaere dort, lassen bei mir alte Gefuehle aus Dortmund-Kley wieder erwachen: Die Kinder spielen auf einen schon herabgewirtschafteten Spielplatz Tennis, obwohl es natuerlich kein Tennisplatz ist. Ein Fussgaengerwegschild liegt an der Stelle, wo es zuvor - vor laengerer Zeit - einbetoniert stand. Die Wohnung von Peter: Aehnlich lebte auch meine und andere Familien frueher: Es gab nicht staendig was Neues. Denn das Alte war noch gut, es funkioniert doch noch. Die ganze Gegend hat den Scharm von alten frueheren Zechensiedlungen im Ruhrgebiet. Den man hier und dort noch vereinzelt antrift, aber nur noch mit viel Sinn fuer Nostalgie erahnen kann, falls man die Zeit erlebt hat. Fuer die Menschen hier mag es schwer sein, den Verzicht ertragen zu muessen. Auf mich wirkt die Umgebung wie eine Zeitmaschine und so lache ich auch den ganzen Tag wie frueher in Kindertagen.
Wie schon erwaehnt, ist Peng ein recht redseliger Zeitgenosse. Inzwischen kann ich den Gespraechen auf Englisch schon recht gut folgen.Trotzdem besinn ich mich immer wieder auf die Landschaft, die Haeuser sowie alle moeglichen Gegebenheiten. Kaum haben wir ein paar hundert Distanz zum Bahnhof zurueckgelegt, erblicken wir auch schon die erste Burg hoch oben ueber den Fluss in den Fels gebaut.


Doch diese soll zunaechst nicht unser Ziel sein. Im weiteren Verlauf der Wanderung beginnt der Weg anzusteigen und schliesslich erreichen wir die Ruine. Es machte Spass einen Haufen Fotos zu schiessen. Peng und ich machen uns ueber die stets etwas laenger dauernden Aufnahmen von Peter lustig. Wie schon erwaehnt wird insgesamt sehr viel gelacht. Nachdem wir alles erklummen und jeden Mauervorsprung digital oder in unseren Erinnerungen aufgenommen haben.


Begannen wir den Abstieg.


Dafuer waehlte unser Fuehrer – Peter – den anspruchsvolleren direkten Weg. Aufgrund des feuchten Klimas und dem Regen der vergangenen Nacht, war alles ein wenig glitschig. Besonders fuer Peng, der nur leichte Sommerschuhe trug, aber auch fuer mich, ausgestattet mit ordentlichen Schuhwerk, war es schwierig. So ergab es sich, dass ich trotz allen tollem Equipment ausruschte und auf die Schnautze flog. Erschwerend fing es auch noch ordentlich an zu regnen. Unten angelangt mussten wir auch noch einen reissenden Bach durchwarten.


Schliesslich befanden wir uns wieder auf dem Weg zurueck in den Ort. Ein kurzer Stop in einem Lokal, nutzten wir um die Lage zu besprechen.


Wir beschlossen den naechsten Zug nach Zilina zurueck zu nehmen. Dort nahmen wir in einer traditionellen Gaststaette eine wohlverdiente warme Mahlzeit zu uns. Gegen 18 Uhr verabschiedeten wir uns von Peng, der seines Weges zog.
Peter und ich, fuehrten aufgepuscht durch den ereignisreichen Tag im Freien und die dadurch verursachte Hormonausschuettung, noch angeregte Gespraeche. Als Peter in die Wanne ging, setzte ich mich hin, um meine Eindruecke der vergangenen Tage mit Peters Oldschool-PC niederzuschreiben.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen