the blue moon

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Dienstag, 1. Juni 2010

30.05.10 in Padis und im anderen Carbana




Die Nacht haette auch ein wenig toller verlaufen koennen. Auch mit dem Anderen war nicht ganz so zufrieden: In dem Ort kam ich vor wie in Groenland. Ich habe mal eine Dokumenation darueber gesehen. Natuerlich war es quatsch. Denn Groenland ist voellig karg, ohne Baeume und so. Aber der Schrott, der ueberall rumlag, die Baracken - ich konnte das Gefuehl nicht los werden. Ich bereute nicht im anderen Carbana geblieben zu sein. Aber irgendwie fuehlte ich mich auch an die Vereinbarung durch das Maedchen gebunden. Eigentlich dachte ich darueber nach, die Sachen zu packen und eine Etage tiefer ins andere Carbana zu gehen.
Na ja, o.k., der Typ von unten hatte mir gestern angeboten, wenn ich heute kaemme, koennte man eine gemeinsame Wanderung unternehmen. Das Angebot wollte zunaechst mal in Anspruch nehmen. Und der Abstieg wird auch schon seine Zeit dauern.
Es war toll: Das Wetter war zwar nicht schoen, aber zum Wandern ideal. Nach 1 h und 40 Minuten kam ich unten am anderen Carbana an. Alle machten den Eindruck eines feuchten letzten Abends. Da war doch eher ein wenig froh nicht so zugeschlagen zu haben. Die Wanderung viel dann auch aus, weil der Typ im Camp auf Abruf bleiben muss. Er war naemlich so'ne Art Notfallhelfer. Falls uergendwo was passiert - jemand bricht sich ein Bein oder so, wird er informiert und er muss los. Egal, dachte ich, ich fand es Camp auch ganz angenehm und ausserdem hatte ich schon eine schoene Wanderung hinter mir. Und, noch eine vor mir - naemlich wieder zurueck.
Schon nach kuezer Zeit begann in mir die Idee zu reifen, meine Sachen oben zu packen, um nach unten umzuziehen. Mein Vorhaben, besprach ich mit Petresco (so heisst der Typ). Der fand die Idee auch gut: Ich koenne in der Baracke schlafen, mit Cornel zusammen. Denn alle anderen werden am Nachmittag die Berge verlassen. Er erklaerte mir noch, wie ich in relativ kuzer Zeit in Padis seien koenne, und schon war ich wieder auf dem Weg anch oben. Es gab naemlich einen mit gelben sowie blauen Punkten gekennt zeichneten Weg nach Padis. 50 Minuten spaeter - nach einem schoenen Aufstieg - war ich in Padis. Unterwegs habe ich mir alles moegliche ueberlegt was ich meiner Wirtin fuer ausreden erzaehle, warum ich nicht laenger bleibe. Schliesslich sagte ich einfach, das Wetter ist mir zu schlecht. 15 Minuten spaeter war ich schon wieder auf dem Abstieg. Leicht euphorisiert dachte ich noch, ach, da bist du ja zeitig wieder zurueck. Aber was soll ich sagen: Beim Wandern laeuft es oft anders als man denkt. Auch wenn man der Meinung ist alles im Griff zu haben, kommt es wieder anders. Nach 40 Minuten - ich orientierte mich wieder nach den Punkten - dachte ich noch, manchmal sieht die Landschaft in der einen Richtung wirklich anders aus, als in der Anderen. Als ich dann einen Fluss ueberquerte, war es mir klar: Irgendwas stimmt nicht. 1 h 40 Minuten spaeter traf ich auf ein befahrenen Weg. Ich entschloss fuer eine Richtung und kam zu einer Pension. Ich muss in die andere Richtung, erfuhr ich.
Um jetzt kurz zu machen - ich kann naehmlich nicht mehr, und gleich habe ich Kontakt zu meinem Gastgeber.
Als wieder eintraf, gab es wieder Probleme: Mit Mitfahrer von gestern lag auf einer Matratze. Bei ihm ein Doktor (aus Oradea - mir ein Raetzel wie der so schnell den Berg hochgefahren war) sowie Petresco. Der Mitfahrer hat offensichtlich zu sehr dem Selbstgebrannten zu gesprochen und hatte extreme Magenschmerzen. Der Arzt hatte schon eine Ambulance gerufen. Und soweiter: es gibt einen Haufen Geschichten, wie ihr mit bekommt.
Ich unterhielt mich dann noch mit dem Sohn des Arztes ganz nett auf deutsch, dass er in einem deutschsprachigen Kindergarten sowie in der Schule ganz gut gelernt hatte. Die Kinder haben uebrigens landesweit keine Schule, weil die Lehrer mangels Bezahlung streiken.
Die Zeit im Camp war auch nachdem alle bis auf Cornel gegangen waren schoen. Cornel, der nicht ohne mir die Obhur sowie das Verfuegungsrecht ueber alles zu hinterlassen, ging zeitig schlafen.
Da tauchten noch 3 Ostpocken aus Zwickau auf. Und, was soll ich sagen, die waren komisch. Ich kaufte ihnen ein Bier ab - ich bot dem Besitzer mehr an als er bezahlt hat. Der steckte das Geld mit dem Kommentar ein: Da koennen wir die Reisekasse wieder ein wenig aufbessern. Denn die Dussel haben ihre Wurst und Kaese im Zelt gelassen, wo die streuenden Hunde - von den Schaefern oder so - es geklaut und gefressen haben. Darueber habe ich mich dann koestlich und ohne Scheu amuesiert: Was ihnen, glaue ich, nicht so gut gefallen hat. Peu a Peu waren sie dann alle zu ihren Zelten verwunden.
Im weiteren Verlauf traf noch eine ungarische Reisegruppe ein. Die ebendfalls von einer Wanderung zurueckkam. Mit dem Lehrer trank ich - auf sein Flehen hin - noch ein wenig von Cornels Selbstgebrannten. Ein Maedel aus der Gruppe gesellte sich noch dazu und wollte von mir meine Ansicht ueber den Holokaust wissen.
Es war insgesamt eine nette Begegnung. Die "Deutsche Ehre" wurde von mir rehabilitiert und als Gastgeber der Huette verhielt ich mich grossartig - ohne rot zu werden.
Als es dann ruhiger wurde - ich allein war ... Es war herrlich! Allein wegen den Momenten des spaeten Abends hat sich die Reise gelohnt.
In der Nacht gab es ein heftiges Gewitter; verbunden mit starken Regenfaellen. Da ich mir zuvor was in die Ohren gestopft habe nahm ich es nur gedaempft wahr. Musste aber ein wenig haemisch an die Ostler denken....

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